Das verdaute Schaf

Paul Valéry – Windstriche

„Der Gedanke muß in den Versen verborgen sein wie die Nährkraft in der Frucht. Eine Frucht ist Nahrung, und scheint doch nur Genuß. Man weiß nur, daß man sie genießt, und nimmt doch Substanz auf. Das Entzücken verhüllt diese heimliche Nahrung, die es begleitet.“ [83]

„Nichts ist origineller, nichts ist eigener, als sich von den andern zu nähren. Aber man muß sie verdauen. Der Löwe besteht aus verdautem Schaf.“ [102]

 

Aus: Paul Valéry: Windstriche. Berlin: Suhrkamp 2017.

 

 

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